Umsatzbarometer: Informationen von Karin

Daten sammeln als Passion

Ein Einblick in die Entstehungsgeschichte der Auswertungen für das Umsatzbarometers aus unserem Büro, von und mit Karin Lösch...


"Als Diplom-Informationswirtin habe ich gelernt, Daten zu sammeln und daraus Informationen zu generieren. Und genau das mache ich für Naturkostfachhandel mit dem Umsatzbarometer. Seit einigen Jahren bin ich verantwortlich für diese Auswertung, die regelmäßig im BioHandel veröffentlicht wird. Es geht darum, aus den über 300 Einzeldaten, die uns Naturkosthändler aus ganz Deutschland zur Verfügung stellen, belastbare Aussagen für die gesamte Branche abzuleiten.

 

Spannend sind für mich bei dieser Quartalsauswertung der Umsätze immer wieder die Infos aus dem inhabergeführten Fachhandel im Vorfeld. Bei manchem Händler habe ich das Gefühl das ich jedes Quartal bei der Erfassung der Zahlen mithelfe, da ich hier oft auch persönliche Kommentare oder Grüße auf dem Fax erhalte. Hierfür möchte ich mich auch auf diesem Wege bedanken und freue mich über jeden Nachahmer, da es die Dateneingabe für mich doch positiv aufwertet!

Wenn ich alle Daten in unserer ContRate Datenbank erfaßt habe und dann eine erste Auswertung erstelle bin immer wieder aufs Neue überrascht, was als vorläufiges Ergebnis herauskommt: Es ist erstaunlich,  dass sich die Ergebnisse bei dem einzelnen Händler dann doch manchmal ganz anders darstellen als in der Gesamtauswertung des Umsatzbarometers: Manch subjektive Einschätzung wird relativiert oder auch durch deutschlandweite Trends überlagert.

Ein Beispiel: Im Vorfeld des letzten Umsatzbarometers informierten uns einige Händler, dass der Juli 2012 von den Umsätzen "ganz miserabel" war, der August wieder zumindest "nicht ganz so schlecht" lief und erst der September "zumindest hoffen" läßt. Ich war also gespannt auf die Auswertung. Und die interessanten ersten Ergebnisse bestätigen sich dann auch tatsächlich in der zweiten und dritten Auswertung:

Zunächst "bestätigte" sich die Einschätzung, dass der Juli 2012 ja wirklich "ganz miserabel" war, da ja eine Stagnation der Tagesumsatzentwicklung von Minus 0,1 Prozent festzustellen ist. Für den August, der ja laut unseren Händlern dann „nicht ganz so schlecht“ gewesen ist, konnten wir bei den Tagesumsätzen immerhin ein sattes Plus von 7,9 Prozent ermitteln! Und der hoffnungsfrohe September hatte einen Verkaufstag weniger und dadurch ein Tagesumsatzplus von 6,7 Prozent erzielt. Nach den dramatischen Signalen die unsere Händler gegeben hatten, ein doch recht ansehnliches Ergebnis.

Was uns diese Geschichte lehrt? Die eigenen Zahlen sind dem Händler meistens bekannt, aber durch die Teilnahme am Umsatzbarometer und das Nachlesen der Quartalsentwicklung werden für den einzelnen Händler die Information über die Entwicklung im Gesamtmarkt und in den einzelnen Kategorien nach Geschäftstyp, Verkaufsfläche und Umsatzklassen transparent. Dies ist entscheidend, um auch die eigene Situation realistisch einschätzen zu können."


Karin Lösch