Online-Fallstricke: Impressum bei Facebook

Immer mehr Händler haben mit ihrem Laden eine eigene Facebook-Seite. Wer unnötige und teure Abmahnungen vermeiden will, sollte einige Punkte in Sachen Impressum beachten. Ansonsten kann es schnell teuer werden...

Es ist zu beobachten, wie immer mehr Händler die Möglichkeiten des modernen Online-Marketings entdecken und (immer öfter) auch nutzen. Grundsätzlich ist zu empfehlen, sich im Vorfeld ein paar Gedanken zur Strategie und den Eigenheiten des Mediums zu machen, um dann individuelle Lösungen zu erarbeiten. Ein eigener Facebook-Auftritt ist schnell erstellt und ermöglicht eine unkomplizierte und direkte Kommunikation mit den Kunden. Neben der Frage, welche Marketing-Ziele man eigentlich erreichen möchte, und wie man dafür die sozialen Netzwerke am besten einsetzt, müssen dabei auch einige rechtliche Faktoren berücksichtigt werden. Genau wie bei einer Webseite sieht der Gesetzgeber beispielsweise eine Impressumspflicht vor. 


Abmahnungswelle und Rechtliche Grundlagen

Facebook-Marketing für Bioläden

Derzeit macht eine Abmahnungswelle der Firma Revolutive Systems die Runde, welche Facebook-Seiten ohne Impressum zu einer Zahlung von bis zu 3.000€ zu zwingen versucht. Auch wenn entsprechende Verfahren bisher zu unterschiedlichen Ergebnissen führten, lässt sich diese Gefahr durch den korrekten Einbau der notwendigen Informationen einfach vermeiden. Was dabei zu beachten ist, kann im Wesentlichen in drei Punkten beschrieben werden:

  1. Wie bei jeder "geschäftsmäßig betriebenen" Internetpräsenz herscht für Facebook eine Impressumspflicht: Name, Adresse, Kontaktmöglichkeit und Steuernummer müssen für die Besucher „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar" sein.
  2. Die standardmäßige Bezeichnung "Info" von Facebook ist dafür nach einem aktuellen Urteil leider nicht mehr ausreichend.
  3. Das Impressum muss von jeder Stelle oder Unterseite des Auftritts innerhalb von zwei Klicks erreichbar sein.

Die Oberfläche von Facebook macht es ohne weitergehende Programmierkenntnisse nicht unbedingt einfach, diese Anforderungen zu erfüllen. Eine Möglichkeit besteht natürlich darin, eine eigene Applikation zu programmieren oder den Auftritt mit Hilfe von html umzugestalten. Das ist aber mühselig und wird auch schnell teuer. Also, was tun?

Zwei einfache Wege zum Ziel

1. Möglichkeit:

Die einfachste Möglichkeit, die rechtlichen Vorgaben zu erfüllen ist, das Impressum der eigenen Webseite zu nutzen. Dort sollten die entsprechenden Informationen problemlos zu finden sein. Um nun die "Zwei-Klick-Anforderung" erfüllen zu können reicht es, im Kurzinfo-Bereich des Facebook-Auftritts auf die entsprechende Unterseite zu verlinken. Dabei sind zwei Aspekte entscheidend, die zwingend zu beachten sind:

  • Es reicht nicht aus, einfach auf den eigenen Webauftritt zu verweisen. Es ist notwendig, gezielt auf das Impressum zu verlinken, z.B. mit www.bioladen.de/impressum
  • Dieser Link sollte gleich zu Beginn im Infobereich stehen. So wird sichergestellt, dass der Link auch wirklich immer sichtbar ist.

2. Möglichkeit:

Im Netz finden sich verschiedene Tools und Anbieter, die einen bei der Erstellung eines Facebook-Impressums auch ohne Programmierkenntnisse unterstützen. Ein besonders einfaches Tool habe ich bei www.e-recht24.de gefunden: Es ist direkt über den eigenen Facebook-Account abrufbar und implementiert eine Schaltfläche "Impressum" im eigenen Auftritt. Dafür ist lediglich notwendig, deren Facebook-Auftritt zu "liken" und die entsprechenden Angaben einzutragen. Folgendes Video enthält eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung:


Simon Döring Online-Marketing für Bioläden

Ich hoffe, diese Hinweise helfen die ein oder andere Abmahnung zu vermeiden. Die nächsten Beiträge zum Thema "Online-Marketing" werden sich rund um den Versand eines "Newsletters" drehen: Ziele, Technik und eben auch gesetzlichen Vorgaben in diesem Bereich. Sollten Sie Fragen zu den im Blog behandelten Themen haben, rufen Sie mich einfach an.

 

Simon Döring