Umsatzentwicklung realistisch einschätzen

Gemeinsam mit dem BioHandel veröffentlichen wir regelmäßig die Zahlen unseres Umsatzbarometers, die dem Fachhandel ermöglichen die eigene Umsatzentwicklung auch im Verhältnis zum Gesamtmarkt zu verstehen. Karin Lösch weißt darauf hin, dass auch ein Blick in die Vergangenheit immer wieder sinnvoll ist, um zu einer realistischen Einschätzung zu kommen...

Umsatzentwicklung des Bio-Fachhandels
Karin Lösch

Das Leben hat Höhen und Tiefen, und wenn man sich gerade in einem Tal befindet, glaubt man häufig, man finde nicht heraus. Wenn man sich dann wieder in einer „Hochphase“ befindet sollte man sich auch manchmal an diese Tiefen erinnern und an die Risiken, die man für das Herauskommen eingegangen ist.

Da wir seit Jahren die Quartalsdaten des Umsatzbarometers veröffentlichen habe ich mich mal an die „Tiefe“ vor sechs Jahren erinnert. Vorweg: Unsere Auswertungen für das Umsatzbarometer BioHandel stellen flächenbereinigte Entwicklungen dar; es werden nur solche Betriebe berücksichtigt, die uns auch im Vorjahreszeitraum mit der gleichen Geschäftskonstellation ihre Umsätze gemeldet haben. Wir treffen damit Aussagen über durchschnittliche betriebliche Wachstumsraten.


Lichtblicke in schwierigen Zeiten

Wir mussten damals über ein flächenbereinigtes Minus von 1,3 Prozent im dritten Quartal 2008 berichten, und ich erinnere mich noch genau wie schwierig der Spagat war, einerseits die negativen Entwicklungen zu veröffentlichen und anderseits doch noch die positive Aspekte aus der damaligen Realität für den Naturkostfachhandel zu finden, der sich ja trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise vergleichsweise gut behauptet hatte. Einige Anzeichen für diese Entwicklungen im Jahr 2008 konnten wir anhand der Daten durchaus feststellen und veröffenlichen:

„Das Jahr 2008 war geprägt von anspruchsvollen unternehmerischen Aufgabenstellungen und Umbrüchen im Naturkosteinzelhandel: Parallel zu steigenden Beschaffungskosten machte sich ein zunehmender Druck auf die Verkaufspreise bemerkbar, sowohl aus dem LEH als auch branchenintern. Hinzu kamen mancherorts Einschränkungen durch erschwerte Rahmenbedingungen: LEH und Discounter intensivierten (zumindest in ihrem Marketing) weiter die Bio-Sortimente, es eröffneten bundesweit mehr als 100 großflächige Naturkostfachgeschäfte und Bio-Supermärkte, und in mehreren Fällen wurde uns von mehrmonatigen Baustellen mit starken Einschränkungen der Erreichbarkeit der Geschäfte gerade im zweiten Halbjahr berichtet. Dennoch gelang es dem Naturkosteinzelhandel, das Jahr 2008 flächenbereinigt mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent (2007 plus 9,6%) abzuschließen.“ (vgl. BioHandel 2009/3 Seite 5)

Heute im Jahr 2013, können wir für den Naturkostfachhandel im 3.Quartal ein Plus von 6,3 Prozent vermelden und können feststellen, dass dabei jeder zweite Betrieb  zweistellige Umsatzzuwächse erzielt. Die kumulierte Jahresentwicklung (Jan. – Sept) des Naturkostfachhandels liegt aktuell bei 6,2 Prozent.

Der Markt hat sich weiterentwickelt, Bio ist längst in der Bevölkerung angekommen. Expansion und Strukturwandel im Fachhandel setzen sich weiter fort. Gelegentlich einen Blick zurück zu werfen hilft, die Probleme von heute etwas gelassener in Angriff zu nehmen. Der inhabergeführte Fachhandel muss sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen und erhält dabei eine verlässliche Orientierung für seine eigene Entwicklung zum Beispiel mit Branchenkennzahlen und Benchmarks. Ich freue mich darüber, dass wir mit dem Umsatzbarometer einen Teil dazu beitragen können!


Sollten Sie noch kein Teilnehmer im Umsatzbarometer sein, laden wir Sie herzlich ein, mit Ihren Zahlen kostenfrei zu helfen aussagekräftige Benchmarks für Sie und Ihre Kollegen zu erstellen.

 

Karin Lösch