Fündstück: Die heiligen drei Buchstaben

"Dioxin in Bioeiern" - Meldungen wie diese verunsichern auch überzeugte Biokäufer immer wieder. Denn auch die ökologische Landwirtschaft ist nicht in allen Bereichen "perfekt", und schwarze Schafe gibt es bekanntermaßen überall. Zu diesem Thema haben wir ein lesenswertes Fundstück aus der Süddeutschen Zeitung, es geht um die ewige Frage: Ist Bio wirklich besser?


Nicht gesünder - aber nachhaltiger...

Bio - Siegel Kundenmeinung
Bessere Qualität mit Siegel?

In dem Artikel vom dritten März (direkt zum Artikel) kommentiert Berit Uhlmann die Ergebnisse einer Umfrage unter 5.000 Lesern der Zeitung: Demnach war für die Mehrheit der Teilnehmer der Tierschutz das wichtigste Kaufmotiv für Bio. Tatsächlich hat die Bio-Haltung einige Vorteile gegenüber konventioneller Ställe, Insider wissen aber auch, dass sich der ökologische Landbau nicht explizit über "glückliche Tiere" definiert. Dennoch wird in der Außendarstellung von vielen Herstellern immernoch der idealtypische Bauernhof als Herkunft der Produkte postuliert. Dabei handelt es sich um ein eigentlich positives, aber dennoch falsches Vorurteil gegenüber "Bio": Am Ende werden auch "Bio-Tiere" nur gezüchtet um Fleisch und andere Produkte zu "produzieren" - diesen Fakt sollte man im Gespräch den Kunden im Fachhandel nicht verheimlichen! Transparenz und Offenheit zahlt sich in der Regel aus.

Transparenz im Marketing für Bioprodukte
Auszug aus dem Artikel "Die heiligen drei Buchstaben" in der SZ vom 03.03.2014

Im Kundengespräch realistisch bleiben

Letztlich geht es um die Frage, ob und wie man die ökologische Landwirtschaft darstellt, sei es in der Werbung oder im Gespräch mit interessierten Kunden. Der Artikel ist unter anderem deshalb lesenswert, weil er verschiedene Vorurteile kritisch aufgreift, sie aber durchaus auch als solche einordnet: Der Anspruch des ökologischen Landbaus ist seit seiner Entstehung nicht, möglichst gute Verkaufsargumente für Händler sicherzustellen. Wichtiger sind Aspekte des nachhaltigen Wirtschaftens und der bäuerlichen Unabhängigkeit. "Gesündere" Produkte oder "glücklichere Tiere" sollten eher als Folge oder "Nebenprodukte" verstanden und auch so kommuniziert werden. Hierfür liefert Berit Uhlmann durchaus interessante Denk- und Argumentationsansätze.


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