10 Tipps für ein regionales Sortimentsprofil

Regional erzeugte Lebensmittel werden immer stärker nachgefragt. Gerade für inhabergeführte Betriebe ergibt sich dadurch eine Möglichkeit, das eigene Profil gegenüber bundesweit aktive Filialisten durch ein individuelles Angebot zu stärken. Dabei geht es neben der Gestaltung des Sortiments auch um Kommunikation...


Regionalität als Profilierungswerkzeug nutzen

Tatsächlich bemühen sich immer mehr Einzelhändler, auch kleinere Hersteller und Lieferanten aus der näheren Umgebung im Sortiment aufzunehmen. Dahinter steckt natürlich immer auch ein gewisser Aufwand, da diese Produkte dann nicht bequem über den Großhändler bestellt werden können, sondern in individuellen Absprachen und oft nur in kleinen Mengen den Weg in den Laden finden.

 

Diese besondere Leistung ist alles andere als selbstverständlich - macht aber in vielen kleineren Bioläden gerade den Charakter des Angebots aus und gehört in vielen Fällen auch einfach zum Selbstverständns. Um so wichtiger ist es, diese eigene Leistung dem Kunden gegenüber auch klar zu kommunizieren! Hier fällt es manchmal schwer, die richtigen Mittel zu finden - denn schließlich hat nicht jeder kleine Zulieferbetrieb automatisch auch entsprechend passende und individuelle Marketingwerkzeuge. Hier ist also der Händler gefragt, denn letztlich geht es ja darum den Konsumenten die besonderen Highlights im eigenen Sortiment auch zu zeigen! Es wäre einfach schade, wenn ein Stammkunde trotz regelmäßigen Ladenbesuchs immer noch nach den regionalen Spezialitäten suchen müsste...


Die eigenen Stärken deutlich kommunizieren

Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts des 11.Traineeprogramms für den Ökologischen Landbau hat sich eine Gruppe verschiedene Werkzeuge überlegt, mit welchen der Einzelhändler auf seine regionalen Sortimente besonders hinweisen kann. Dabei ist folgende Checkliste entstanden, die durchaus als hilfreiche Ideensammlung für den Fachhandel herhalten kann:

  1. Definieren Sie ihre Region!
    Es gibt keine offizielle Definition, was regional ist und was nicht.
    Nutzen Sie daher Ihre Freiheit und legen Sie Ihre Region selbst fest!
  2. Kennzeichnen Sie regionale Bio-Ware!
    Individuell und kreativ: Entwickeln Sie ihr eigenes Kennzeichnungssystem; Herkunftsangaben, Entfernung, Preisschilder, bestimmte Farben etc.
  3. Stellen Sie Ihre Erzeuger vor!
    Gestalten Sie Schilder mit Fotos, Geschichten und Steckbriefen und platzieren Sie sie in der Nähe der regionalen Bio-Produkte.
  4. Stellen Sie einen persönlichen Kontakt zu den Erzeugern her!
    Organisieren Sie z.B. Fahrten zu Hoffesten und Betriebsbesichtigungen.
  5. Bauen Sie eine emotionale Verbindung auf!
    Erzählen Sie Ihren Kunden die Geschichten, die hinter den Bio-Produkten stehen: Gerade kleine Betriebe haben oft viel menschliches zu erzählen.
  6. Bieten Sie Verkostungen an!
    Bieten Sie Ihren Kunden stille und aktive Verkostungen an und überzeugen Sie so Ihre Kunden von regionaler Bio-Ware.
  7. Wecken Sie durch Zweitplatzierungen Interesse!
    Präsentieren Sie verschiedene regionale Bio-Produkte, die sich gut kombinieren lassen, zusammen mit einem Rezeptvorschlag des Erzeugers.
  8. Stellen Sie eine "regionale Ecke" zusammen!
    Präsentieren Sie alle Produkte die aus der Region stammen in einem eigenen Regal oder in Form einer Aktionsplatzierung.
  9. Präsentieren Sie eine Karte mit Ihren regionalen Lieferanten!
    Zeigen Sie auf einer Karte der Region, wo sich Ihre Erzeuger befinden.
  10. Suchen Sie sich Unterstützung!
    Fragen Sie die regionalen Naturkostgroßhändler nach Unterstützung bei der Zusammenstellung eines regionalen Sortiments, nach Informationen über regionale Erzeuger sowie nach Werbemitteln für regionale Bio-Produkte.

Natürlich müssen nicht alle diese Tipps und Werkzeuge umgesetzt werden, aber vielleicht ist ja die ein oder andere Anregung auch für Sie dabei. Entscheidend ist aber meines Erachtens, die individuellen Angebote auch wirklich entsprechend auszuzeichnen und den Kunden sichtbar darauf hinzuweisen! Dabei gilt: Lieber etwas deutlicher und häufiger als zu vorsichtig. Die Ansicht "Meine Kunden wissen dass ich regionale Ware habe" hat sich in der Praxis leider schon oft genug als Irrtum herausgestellt. Es gilt also auch hier die alte Marketingregel:
"Tue Gutes - und spreche darüber!"

 

Simon Döring