Betriebsvergleich-Endauswertung zeigt Marktentwicklung

Umsatzentwicklung Naturkosthandel

Der inhabergeführte Naturkosteinzelhandel durchläuft derzeit einen überall spürbaren Wandel: Die einfachen Zeiten ungehemmten Wachstums in allen Betrieben sind scheinbar vorbei. Die Endeauswertung unseres Betriebsvergleichs 2015 zeigt aber, dass sich gut geführte Betriebe auch bei steigender Kostenbelastung und zunehmender Konkurrenz durchaus wirtschaftlich gesund weiterentwickeln können...


"Bio" ist längst auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen, gesunde und nachhaltige Ernährung ist für immer mehr Menschen ein wichtiges Thema: Der Markt reagiert darau, und  auch im konventionellen Lebensmitte-Einzelhandel gibt es heute kaum noch einen Anbieter ohne eigenes Bio-Sortiment, selbst bei den großen Discountern findet der Verbraucher mittlerweile durchgängig Produkte aus ökologischer Herstellung. Diese zunehmende Konkurrenz bekommen auch die etablierten Bio-Händler mehr und mehr zu spüren. Wirtschaftliche Stabilität und für die Kunden erkennbare individuelle Profile werden zunehmend eine notwendige Voraussetzungen dafür sein, dass inhabergeführte Naturkost-Fachgeschäfte und Biosupermärkte auf Dauer ihre Existenzberechtigung und Marktbedeutung erhalten können.

Wirtschaftlicher Erfolg im Naturkost-Fachhandel im Jahr 2015

Die Endauswertungen des Bio-Branchen- Betriebsvergleich ContRate_B© für das Jahr 2015 erlauben uns fundierte Aussagen über wirtschaftliche Ergebnisse, über Trends und deren Struktur, über Rentabilität und Sortimentsentwicklung. So erzielte der durchschnittliche Teilnehmer am ContRate_B© Betriebsvergleich im Jahr 2015 einen Umsatz von 1,94 Millionen Euro, was einem Wachstum von 7,5 Prozent im Vergleich zu 2014 entspricht. Wirtschaftlicher Erfolg ist weder Zufall noch Hexerei, sondern vor allem genaues Analysieren und kompetentes Entscheiden. Mit unseren Auswertungen bieten wir Einzelhändlern und Herstellern wichtige Benchmarks, um die eigenen Strategien der aktuellen Marktentwicklung anpassen zu können.

Die Handelsspanne ist ein Maß für den Anteil des Rohertrags am Umsatz, der dem Händler nach Abzug des Wareneinsatzes bleibt, um seine Handlungskosten zu decken (und Gewinn zu erzielen). Die Netto-Handelsspanne hatte im Jahr 2005 bei 32,9 Prozent gelegen. Zehn Jahre später liegt die realisierte Netto-Handelsspanne im Durchschnitt bei 34,3 Prozent. Um solche Werte zu erreichen ist aber eine eigene (am Standort orientierte) Kalkulation absolute Grundlage. Wer sich dagegen durchgängig auf die empfohlenen Verkaufspreise verlässt, erreicht nur selten Handelsspannen von deutlich über 30 Prozent und gerät durch steigende Kosten unter Druck.

 

Zu Anfang Jahr 2015 wurde bundesweit ein Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro eingeführt. Dies hatte Auswirkungen auf die Struktur und die Kosten vom Personal im Naturkostfachhandel, der Personalkostenanteil stieg im Jahr 2015 auf 17 Prozent. Die absolute Kostenbelastung ist 2015 stärker gestiegen als die Umsätze, was dazu führt, dass der Gesamtkostenanteil nun bei 28,3 Prozent liegt. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 lag der Gesamtkostenanteil bei 25,1 Prozent, und die Personalkosten hatten einen Anteil von 14,1 Prozent. Dennoch konnten die Teilnehmer am ContRate_B©-Betriebsvergleich 2015 ein durchaus zufriedenstellendes Betriebsergebnis von umsatz­anteilig sechs Prozent erzielen. Das bedeutet, dass bei einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 1,94 Millionen knapp 117.000 Euro für Unternehmerlohn, Steuern und Tilgung sowie zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung zur Verfügung stehen.

Doch wie geht es weiter?

Bio-Branche Umsatzentwicklung

Es stellt sich angesichts der in unserem letzten Blogbeitrag beschriebenen aktuellen Herausforderungen im Fachhandel die Frage, ob und wie solche konstant hohen Wachstumsraten und gute Betriebsergebnisse auch in den nächsten Jahren Zeit erreicht werden können. Die Branche steht vor einer entscheidenden Phase - und sollte sich bewusst sein, dass die Erfolgsgeschichte der Vergangenheit schnell beendet sein kann wenn sie es verpasst, die Zukunft rechtzeitig zu gestalten. Eigene Profilierung, ein zeitgemäßer Marktauftritt  (auch durch den Einsatz von professionellem Online Marketing), stetiger Ausbau der wirtschaftlichen Kompetenz, dauerhafte Überprüfung der Kalkulationspraxis, eine intensive Sortimentsarbeit und aktives Einsteigen ins Category Management sind wesentliche Themen, die gerade die inhabergeführten Bioläden kurzfristig anpacken müssen.

 

Durch die jährliche Erhebung der detaillierten Daten von über 100 Einzelbetrieben sind wir in der Lage, auch langfristige Entwicklungen zu erkennen und abzubilden: So wird erkennbar, dass der Naturkostfachhandel seine wirtschaftliche Situation seit 2005 stetig verbessert hat. Gestiegene Kosten konnten häufig durch bessere Roherträge kompensiert werden. Wir verstehen uns als Partner der Einzelhändler bei solchen strategischen Überlegungen und der Entwicklung von Ideen, wie der eigene Betrieb "fit für die Zukunft" gemacht werden kann.


Bioladen Beratung

In unserem Kompendium Naturkost-Einzelhandel machen wir die Ergebnisse unserer Analysen für alle Marktbeteiligten und Interessierte verfügbar. Es enthält neben den anonymisierten Betriebsvergleich-Ergebnissen nach Geschäftstypen, Umsatz-klassenkategorien und Regionen umfangreiche Kennzahlen und Informationen zur Entwicklung und Erfolg unterschiedlicher Sortimente.  Das Kompendium 2016 ist aktuell fertiggestellt und kann direkt bestellt werden.  Sprechen Sie uns an.