Facebook-Inhalte im Bioladen (Teil 2): Servicepostings

Bioladen und Facebook - Simon Döring

"Facebook-Markting lebt von attraktivem Content" - aber was heißt das? Am Ende geht es darum, mit der Zielgruppe über Themen zu sprechen, die für Kunden und Händler auch wirklich relevant sind. Hier die richtige Mischung zwischen "Werbung" und "Smalltalk" zu finden ist nicht immer leicht. Im zweiten Teil dieser kleinen Beitragreihe möchte ich sie mit Beispielen und Ideen zum Thema "Servicepostings" inspirieren...


Vorneweg: Gibt es eine goldene Regel, welche Inhalte bei Facebook funktionieren, und was man besser nicht posten sollte? Meine Antwort lautet ganz klar: "Jein!" Natürlich stellt man nach etwas Beschäftigung mit dem Facebook-Algorithmus  fest, dass Postings mit hohen Interaktionsraten in der Ausspielung bevorzugt werden. Daraus zu schließen, dass man jetzt aber nur noch Bilder von süßen Katzen oder peinliche Live-Videos ins Netz stellen sollte um damit hohe Reichweiten zu erzielen, wäre aus Marketingsicht natürlich kontraproduktiv. Auf der anderen Seite werden standardisierte Werbebotschaften von den eigenen Fans nur selten oft kommentiert oder geteilt. Wir sollten also eine Faustformel zur Orientierung finden!

 

Meine goldene Regel lautet: Posten sollte kann man all das, was man auch im direkten Gespräch mit den Kunden erzählen würde. Was das dann alles sein kann, hängt sehr vom Inhaber und individuellen Stil des Ladens ab. Es zeigt aber vor allem, dass es nicht nur darum geht, platte Werbebotschaften zu präsentieren: Wie im Kundengespräch ist ein persönlicher Stil notwendig, um mit den eigenen Fans wirklich in einen Dialog auf Augenhöhe zu kommen. Allerdings sind ja auch gerade aktuelle Angebote immer wieder Gesprächsthema im Bioladenalltag, und sollten daher ihren Platz bei Facebook bekommen.

Facebook als Servicekanal: Sonderangebote und Bistroessen

Da man erstmal davon ausgehen kann, dass die meisten der bei Facebook gewonnenen Freunde auch regelmäßig bei einem einkaufen, liegt es sehr nahe, diesen Kanal auch zu nutzen, um Stammkunden mit dem "Standardservice" zu versorgen: So gibt es zum einen regelmäßig Sonderangebote auf die man auch online verweisen kann, zum anderen lässt sich beispielsweise auch der tägliche Mittagstisch über Facebook bewerben. Damit dieses Inhalte aber auch wirklich gut funktionieren, sind ein paar Dinge zu beachten:

1) Servicepostings haben niedrige Interaktionsraten!

Die Erfahrung zeigt, dass die oben skizzierten Inhalte zwar für Stammkunden sicherlich interessant sind, allerdings nur selten "geliked", "kommentiert" oder gar "geteilt". Dies ist leicht erklärbar, wenn man bedenkt, dass Facebook letztlich nur das "reale Verhalten" von Menschen abbildet: Die aktuellen Sonderangebote beinhalten eben nur selten Themen die einen Verbraucher wirklich nachhaltig begeistern, oder über die man mit seinem Freundeskreis sprechen würde. Daher sollte man die eigene Facebookseite nicht ausschließlich mit diesen Inhalten betreiben - das wird auch für Stammkunden schnell langweilig und die zu erwartende, niedrige Interaktion kostet mittelfristig Reichweite. Dennoch gehört der "Servicegedanke" zu einem professionellen Facebook-Marketing-Konzept selbstverständlich dazu. Bei der Erstellung solcher Postings gibt es dann aber einige vermeintliche Details, die man "gut" und "weniger gut" machen kann, um die Attraktivität der Inhalte zu beeinflussen:



2) Postingfreuquenz: Attraktivität und Aufwand im Auge behalten!

Da die Kommunikation auf Facebook in Echtzeit abläuft, ist der Kanal natürlich auch gut geeignet, um kurzfristig Informationen an die Zielgruppe auszuspielen. Der Klassiker im Naturkosthandel ist das tägliche Bistroessen: Es erscheint naheliegend, jeden Tag eine kurze Nachricht mit dem Tagesgericht zu versenden, und tatsächlich wird dieser Service auch von einigen Stammkunden wirklich geschätzt. Allerdings gilt auch hier: "Posting ist nicht gleich Posting!" Um wirklich Lust auf das Essen zu machen, sollte zumindest ein echtes Bild der Mahlzeit gemacht werden. Bedenken sie auch, dass nicht alle ihrer Bioladenfreunde gleichzeitig Gäste in der Gastronomie sind und unter Umständen irgendwann von den täglichen Nachrichten genervt sind. Auch besteht hier wieder das Problem, dass die routinemäßigen Mitteilungen vom Bistroessen nicht unbedingt die "spannendsten" Inhalte für die Zielgruppe sind, was in der Regel zu niedrigen Interaktionsraten führt - daher sollte man zumindest in Betracht ziehen, diesen Service für Bistrobesucher auf ein Posting pro Woche zu begrenzen. Wird dieses dann noch in Form eines passenden Bildpostings und mit ein paar persönlichen Worten verpackt, ist man einer optimalen Lösung schon sehr nahe:



3) Inhalte planen: Das richtige Timing finden!

Facebook im Bioladen - Inhalte

Nachdem die Servicepostings nun attraktiv gestaltet sind und über die Frequenz entschieden wurde, bleibt die Frage, wann und wie die Botschaften in das soziale Netzwerk geschickt werden sollen. Ich empfehlte hierfür dringend, die Plaungsfunktion von Facebook zu verwenden: So können zum einen schon mehrere festehende Postings am Monats- oder Wochenbeginn am Stück angefertigt werden, zum anderen kann der Zeitpunkt der Veröffentlichung sehr genau bestimmt werden. Hier gilt es wie immer zu testen und die eigenen Statistiken zur Kontrolle zu nutzen. Als erste Orientierungspunkte für ein sinnvolles Timing lassen sich aus meinen Erfahrungen aber folgende Empfehlungen ableiten:

  • Monatliche Aktionsangebote: Am 1. und 3. Wochenende eines Monats!
    Die organische Reichweite ist am Samstag und Sonntag in der Regel am höchsten. Im Optimalfall werden nach zwei Wochen nochmal andere Aktionen oder Produkte mit eigenen Fotos in den Mittelpunkt gerückt.
  • Wöchentliche Aktions- und Bistroangebote: Sonntag oder Montag abend!
    Die Wocheneinkäufe werden in der Regel zu Beginn einer Woche geplant. Da die organische Reichweite in den Abendstunden (ab 19 Uhr) in der Regel etwas höher ist als über den Tag, kann eine Vermeidung des Montag-Vormittags sinnvoll sein.
  • Tägliche Bistroangebote: Individuell zwischen 9 und 12 Uhr testen!
    Um die Zielgruppe zu erreichen BEVOR sie über ihr Mittagessen entscheidet, sollte die Uhrzeit entsprechend gewählt werden: Bei vielen Bioläden beobachten wir eine erhöhte Reichweite bei Postings zwischen 8 und 10 Uhr.

Es macht übrigens in vielen Fällen Sinn, einige Servicepostings auch mit einem kleinen Budget als "Facebook-Ads" für die eigenen Fans laufen zu lassen, um diese auch wirklich wie gewünscht zu erreichen. Auch der Einsatz des Facebook-Pixels kann sehr hilfreich sein.  Bei Fragen zu diesen Themen, sprechen sie uns einfach an!


Bioladen und Facebook - Simon Döring

Wie sie neben den Servicepostings auch eigene Werbekampagnen über Facebook gestalten können, werde ich in meinen nächsten Beiträgen der Reihe "Facebook-Inhalte im Bioladen" skizzieren. Ansonsten verweise ich hier auch nochmal auf den ersten Teil meiner Beitragsreihe zum Thema "Inhalte bei Facebook", in welchem weitere Beispielen und Impulse zu attraktiven Postings im Bioladen finden sind.
Bis dahin, viel Spaß und Erfolg mit ihrem Facebook-Auftritt!

Simon Döring

 

Falls sie darüber hinas auf der Suche nach einer neuen Quelle für attraktive Inhalte sind, melden sie sich doch als Ladner für unser "Bio on Facebook"-Projekt 2017. Im Rahmen dieses Projektes wollen wir gemeinsam mit fachhandelsorientierten Herstellern professionelle Kampagnen entwickeln und diese für interessierte Läden zur Weiterverwendung aufbereiten. Auch wenn diese Initiative derzeit noch in den Kinderschuhen steckt, freuen wir uns über Interessenten und potentielle Partner, die sich auf diesem Weg bei uns melden.