Instagram im Bioladen (Teil 2)

Im ersten Teil dieses Blogbeitrags habe ich darüber gesprochen, was man bei der Entscheidung zur Einführung von Instagram im Bioladen allgemein beachten sollte und welche Argumente aus meiner Sicht dafür sprechen. In diesem zweiten Teil soll es nun vor allem um Einstiegs-Fragen gehen, die uns im Zuge der Zusammenarbeit mit Läden im BioBook-Projekt, aber eben auch in unseren Facebook-Gruppen immer wieder gestellt werden: Dabei geht es primär um technische Aspekte der Betreuung...


Okay, ich will zu Instagram - aber wie fange ich an?

Diese Frage höre ich tatsächlich auch in Seminaren releativ oft - und auch wenn es durchaus sinnvoll ist, sich vor dem Einstieg bei Instagram ein paar grundlegende Gedanken über die Ziele, Strategie, mögliche Inhalte und zur Verfügung stehende Ressourcen zu machen ist es in der Praxis dann doch relativ einfach zu beginnen:

 

Man geht auf www.instagram.com oder läd sich direkt die Instagram-App auf sein Smartphone herunter (mehr zur Bedienung von Instagram am Desktop gibt es weiter unten) und klickt auf "Konto erstellen" oder "Registrieren". Diesen Schritt würde ich übrigens jedem empfehlen - auch wenn man noch nicht sicher ist ob man den Kanal auch für das Unternehmen nutzen will: Man bekommt relativ schnell ein Bild davon ob und wie Instagram grundsätzlich funktioniert, wenn man einfach mal rein schaut...

 

Und es tut nicht weh, versprochen!

 

Willkommen im Netzwerk - bitte verbinden Sie sich...

Bei der Einrichtung des Accounts ist es natürlich schon sinnvoll darauf zu achten, dass man einen sprechenden Namen (zum Beispiel den Namen des Ladens oder der bereits bestehenden Facebook-Seite) wählt, damit man in Zukunft von Fans und Kunden auch einfach erkannt wird! Nachdem man auf "Weiter" geklickt hat wird man nun durch den Einrichtungsprozess geführt: Man wählt ein Profilbild im quadratisches Format, (z.B. das Logo des Ladens), gibt ein kurzen Steckbrief ein und wird eingeladen anderen zu folgen...

 

Dies macht in jedem Fall auch Sinn! Denn wenn man einfach mal beobachtet, was andere bei Instagram so veröffentlichen hilft einem das, ein Gefühl für die eigenen Inhalte zu bekommen.


Ja, aber wem soll man denn folgen? Mein Tipp lautet, einfach mal nach befreundeten Bioläden oder Herstellern zu suchen. Wenn man sich mit Facebook eingeloggt hat werden einem hier auch direkt Kontakte gezeigt, die man bein Instagram schon kennen könnte. Vielleicht wird es Sie überraschen, wer noch schon alles bei "Insta" unterwegs ist! Und falls Sie gar nicht wissen wo anfangen, nehmen Sie doch als ersten Anlaufpunkt unseren neuen Auftritt von "BioistGut" aus dem BioBook-Projekt - hier werden wir in Zukunft fachhandelsspezifische Inhalte veröffentlichen und auch mit den unterschiedlichen Formaten experimentieren. Da könnte man ein wenig Inspiration finden! :)


"Um als Unternehmen erfolgreich zu sein ist es nicht zwingend erforderlich,
sich auch privat intensiv mit Instagram auseinander zu setzen.
Je mehr man das Netzwerk aber auch aus 'Nutzersicht' erlebt,

desto leichter wird einem die eigene Strategieentwicklung und Betreuung fallen."


Worauf sollte ich bei der Einrichtung und Bedienung achten?

Grundsätzlich ist auch bei Instagram sehr viel "learning bei doing" und es macht Sinn, sich einfach mal intuitiv mit der Oberfläche und den verschiedenen Funktionen zu beschäftigen. Aus meiner Sicht sind für die Arbeit mit Instagram aber vor allem zwei Faktoren zu beachten, die man frühzeitig im Blick haben sollte:

 

Private Nutzung - oder ein echtes Firmenprofil?

Als erstes sollte man die eigenen Instagram-Seite schnellstmöglich zu einem "Business-Account" machen - das geht sehr einfach über den entsprechenden Menüpunkt in den Einstellungen, indem man die Instagram-Auftritt mit seinem Facebook-Account verbindet.

 

Das hat mehrere Vorteile: Zum einen ermöglicht es die parallele Betreuung der beiden Kanäle, zum anderen werden die "Insights" bei Instagram freigeschaltet. Dies sind Statistiken, über die man einiges über seine Fans und die Performance der Seite lernen kann. Auch wenn diese bei Instagram noch lange nicht so umfangreich sind wie bei Facebook, ist eine frühzeitige Beschäftigung mit diesen Zahlen ein wesentlicher Baustein für einen professionellen Umgang auch mit diesem Social-Media-Netzwerk im Bioladen.


Mobil first, only, oder doch besser die Arbeit am Desktop?

Als zweites geht es aus meiner Sicht darum, eine effektive Arbeitsweise zu etablieren: Hintergrund ist, dass die Plattform immer noch primär für die kurzristige Bearbeitung über mobile Geräte ausgelegt ist. Das bedeutet, dass man bei Instagram eigentlich nur mit einem Smartphone arbeiten und Beiträge wie Fotos vor allem dann veröffentlichen kann, wenn man gerade mobil online ist. Das bringt gerade für nachhaltiges Social-Media-Marketing im Bioladen auch Nachteile mit sich:  Zum einen neigt man meines Erachtens am Mobiltelefon dazu, Dinge "schnell und nebenher" zu machen, die mit etwas Ruhe und mehr Aufwand besser gelingen würden - zum anderen ist man gezwungen tatsächlich immer "live im Netzwerk" zu sein, was den eigenen Arbeitsaufwand erheblich steigert und schlechter steuerbar macht. Deutlich praktischer ist es doch, wenn man auch seine Instagram-Aktivitäten gebündelt am Schreibtisch erarbeiten, und dann in einem Aufwasch mit den Postings bei Facebook für die nächsten 1-2 Wochen im Voraus planen kann.

Tatsächlich ist es möglich, mit ein bisschen Umweg und den richtigen Hilfsmitteln Instagram (fast) komplett ohne die App und das "Dauer-Online-Sein" auf dem Mobil-Telefon zu bedienen. In diesem Kontext möchte ich drei Bausteine thematisieren:

 

1. Die schnelle und einfache Lösung: Mobile Ansicht am Desktop

Man kann Instagram auch am Rechner aufrufen, allerdings ist es so zum Beispiel nicht möglich, eigene Postings zu erstellen. Dies lässt sich lösen, indem man hier ein Browser-AddOn wie den "UA Spoofer für Chrome" installiert. Dann kann man mit einem Klick die Ansicht auf "mobil" ändern und so Instagram "vorgaukeln", man wäre mit dem Smartphone online. Es bleiben zwar ein paar funktionale Einschränkungen, aber zumindest die wichtigsten Arbeitsschritte lassen sich so am PC erledigen.

 

2. Der nächste Schritt zum Profi: Zusätzliche Software

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Social-Media-Marketing ist, den Zeitpunkt der Veröffentlichung von Inhalten bewusst zu wählen: Im Optimalfall postet man seine Beiträge dann, wenn die Zielgruppe online (und eben nicht bei der Arbeit) ist, also zum Beispiel abends zwischen 19 und 21 Uhr. Nun erlaubt Instagram (bisher) allerdings nicht, Beiträge zu terminieren. Das heißt, man müsste für jedes einzelne Posting immer nochmal online gehen, was in der Praxis dann doch einen sehr großen Zeitfresser darstellt. Die Lösung bieten zusätzliche Programme zum Socia-Media-Management: So kann man z.B. mit der Software hinter dem BioBook Postings parallel für Facebook und Instagram erstellen und planen - so lässt sich im Optimalfall mit etwa einer Stunde Arbeit zum Wocheneinstieg für jeden Tag in der Woche ein Beitrag erstellen und man kann sich den Rest der Zeit auf die Arbeit im Geschäftsalltag konzentrieren.

 

3. Effektiv arbeiten: Spontan und flexibel bleiben
Da erfolgreiches Social-Media-Marketing im Naturkosthandel nun aber auch wesentlich durch spontane, persönliche Eindrücke aus dem Ladenalltag geprägt wird ist meine Empfehlung für die Praxis, beide Elemente - geplante Beiträge über eine Software und mobile Schnappschüsse per App - zu mischen: Mit 3-4 fest (vom Desktop) geplanten Postings pro Woche halte ich mit geringem Aufwand meinen Instagram-Account am Leben und bin mit in der Lage, auch die Geschichten hinter den Produkten zu erzählen. Zusätzlich ist es aber auch in jedem Fall sinnvoll, auch die App auf dem Smartphone zu haben und bei passender Gelegenheit im Laden spontan Bilder von Produkten und Mitarbeitern zu posten sowie bei Bedarf auf Rückmeldung von den Fans und Kunden reagieren zu können. Erfahrungsgemäß spielt sich das dann relativ schnell ein, so dass ich den Gesamtaufwand für dieses Vorgehen mit 2-5 Stunden pro Woche beziffern würde.


"Für effektives und wirksames Social-Media-Marketing im Bioladen

sollte man pro Woche etwa 2-4 Stunden fest einplanen.

Ob man dann neben Facebook auch noch Instagram bedient,

macht in Hinsicht auf den Aufwand dann keinen großen Unterschied.


Zwischenfazit:

Grundsätzlich sollte es einen nicht abschrecken, wenn man bisher selber keine Erfahrungen mit Instagram gemacht hat - wer mit Facebook zurecht kommt wird sich schnell an die Oberfläche und Dynamik von Instagram gewöhnen. Die Lösung ist "learnig by doing"! Und wer sich überhaupt nicht mit den technischen Fragen auseinander setzen möchte, kann die Betreuung von Social-Media auch sehr gut an engagierte Mitarbeiter übertragen.

 

Wichtig ist nach unserer Erfahrung aber gerade dann vor allem, dass Verantwortlichkeiten klar geregelt und ausreichend Ressourchen (Zeit und Budget) zur Verfügung gestellt werden. Auch eine Unterstützung von außen oder der Besuch von passenden Seminaren schadet zum Einstieg sicherlich nicht.


Neben technischen Grundlagen zur Bedienung, stellen sich natürlich auch Fragen bezüglich der passenden Inhalte für Instagram: Der Kanal legt starken Fokus auf Bilder, was Bioläden immer wieder vor Herausforderungen stellt. 

 

Mit welchen Ansätzen man eine für sich passene Lösung findet - und natürlich der richtige Umgang mit den sogenannten #Hashtags habe ich mich im dritten Teil von "Instagram für Bioläden" auseinandergesetzt.

Simon Döring

 

 

 

Etwas Werbung in eigener Sache

 

An dieser Stelle sei auch mein Herzensprojekt für Social-Media im Naturkosthandel BioBook-Online genannt: Dies ermöglich auch kleinen Betrieben mit wenig "Insta-Affinität" einen einfachen und effektiven Einstieg.

 
Bündeln wir die Kräfte im Fachhandel und erzählen die Geschichten hinter den Produkten!