Biofach 2019 – Das beschäftigt den Bio-Fachhandel

Bioladen Beratung auf BioFach

Das Hauptthema im inhabergeführten Fachhandel ist auch in diesem Jahr der zunehmend spürbare Druck durch die Erweiterung des Bio-Sortiments im LEH und die steigende Anzahl von filialisierten Bio-Supermärkten. Die Rede ist vom Verlust des Alleinstellungsmerkmals „einfach Bio“ zu verkaufen, das für inhabergeführte Einzelhändler heute so nicht mehr ausreicht. Themen wie Regionalität, Verpackungsfreiheit bzw. Plastik und Social Media gaben neben der Sortimentsgestaltung ausreichend Gesprächsstoff in Vorträgen und Diskussionsrunden auf der Biofach 2019 in Nürnberg.

 

In diesem Blogbeitrag geben wir Ihnen ein paar Impulse, die wir zu diesen Themen von der BioFach in Nürnberg mitnehmen konnten:

 


Branchenentwicklung im Naturkostfachhandel


Der Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt beläuft sich auf 5,3% in 2018 (Arbeitskreis Biomarkt - Datenstand 01/2019). Davon entfallen 28% auf den Naturkost-Fachhandel, der damit einen Anteil von 1,5% am Gesamtlebensmittelumsatz ausmacht. Der Fachhandel profitiert nur leicht vom Zuwachs am Bio-Gesamtumsatz und bleibt damit im Gesamtkontext betrachtet eigentlich eine kleine Nische im Markt...

Beratung für den Naturkosthandel auf der BioFach - Kennzahlen

Das vorläufige Ergebnis des ContRate© - Betriebsvergleichs in 2018 zeigt eine Spanne von 34,3% für eine durchschnittliche Verkaufsstätte. Auch wenn dieser Wert nicht repräsentativ für die Branche ist (bei den Teilnehmern am Betriebsvergleich handelt es sich um den oberen Durchschnitt, eher erfolgreicher Biofach-geschäfte), gibt er doch eine gute Orientierung für eine gesunde wirtschaftliche Struktur im Naturkostfachhandel. Insgesamt sind in 2018 leicht sinkende Ladenzahlen im Bio-Fachhandel zu verzeichnen und eine Entwicklung zu größeren Verkaufsflächen zu erkennen. Demnach haben es inhabergeführte Fachgeschäfte mit kleinen Verkaufsflächen im Moment schwer wirtschaftlich zu überleben. Mit dem Überdenken von bisherigen Geschäftsmodellen und dem richtigen Konzept ist es nach unserer Erfahrung dennoch möglich, sich als Nahversorger an geeigneten Standorten zu etablieren.    

 


Konzepte für erfolgreiche Bioläden


Biofach 2019 - Naturkosthandel im Wandel

Diese Entwicklung aufgreifend war die Intention eines unserer Vorträge auf der Biofach „Stabil durch Turbulente Zeiten“, dort neue zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu skizzieren und Impulse zu geben, mit welchen Konzepten einzelne inhabergeführte Fachgeschäfte auch weiterhin wirtschaftlich am Markt bestehen können. Eine individuelle Preisgestaltung, die sich nicht nur an UVPs orientiert, kommt im Ladenalltag öfters mal zu kurz. Dabei ist gerade das Wissen über die eigene Spanne ein erfolgsentscheidender Indikator, der aufzeigt, ob gegebenenfalls Handlungsbedarf besteht.  Das ist einer von vielen Gründen, weshalb wir für den Biofachhandel ein monatliches Controlling dringend empfehlen und anbieten.

Aktuelle Konsumtrends wie regional, lokal, direkt und verpackungsfrei sind Stichworte, die die Kunden heute bei der Einkaufsstättenwahl beeinflussen. Auch ethisch korrekter Konsum ist neben Bio ein immer wichtiger werdendes Thema.

 

Damit sich inhabergeführte Bio-Fachgeschäfte auch weiterhin am Markt behaupten können, sind unter anderem entscheidende Punkte für den Erfolg:

  • ein „wertvolles“ Sortiment
  • ein authentischer und persönlicher Auftritt
  • zusätzliche Serviceleistungen
  • regionale Partnerschaften mit Bauern, Imkern etc.
  • Events wie Verkostungen, Kochabende und Seminare

Doch nur wer seine Aktivitäten auch kommuniziert, kann seine Kunden erreichen, diese zum Kauf bewegen und letztendlich an seinen Bioladen binden. Hier kommt ganz klar die Notwendigkeit von zeitgemäßem Marketing mit ins Spiel, das als Investition in die Zukunft verstanden werden muss. 

 


Social Media im Bio-Fachhandel


Beratung von Bioläden

Im Fachhandel wird das Potential von Online – und Social Media-Marketing noch nicht ausreichend genutzt. Dabei liegt hier eine große Chance neue Kunden über Kanäle wie Facebook und Instagram gezielt anzusprechen und an sich zu binden. Mit glaubwürdigen Geschichten hinter den Produkten können eigene Werte und Überzeugungen transportiert werden. Unsere Empfehlung für die Praxis sind 4-5 Postings pro Woche, um beim Kunden regelmäßig „im Gespräch“ zu bleiben. Da das Recherchieren und Erstellen von Content in dieser Menge aber einige Zeit in Anspruch nehmen kann, bieten wir in diesem Blogbeitrag einen möglichen Lösungsvorschlag an:

 

BioBook – Das Social-Media-Tool für die Naturkostbranche

 

 

Bio-Book beinhaltet eine große Auswahl an Posting-Vorlagen mit spannenden Inhalten zu Produkten, Herstellern und allgemeinen Brancheninformationen. Wöchentlich werden neue Vorlagen ergänzt und gebündelt in einer Cloud zur Verfügung gestellt. Diese können ganz einfach geplant, übernommen und über die Schnittstelle automatisch im eigenen Facebook und Instagram Kanal gepostet werden. So einfach und schnell kann ein Bioladen seine Kunden über Neuigkeiten rund um das eigene Angebot informieren!


Innovationen für den Fachhandel


Beratung für den Naturkosthandel

Neben der Präsentation von Produktneuheiten am „Gemeinschaftsstand junge innovative Unternehmen“, die ihre Produkte präsentierten, wie zum Beispiel Cashew-Käse, Kokos-Joghurt und Fruchtsäfte, wurden auch intelligente Lösungsansätze am Neuheitenstand der Biofach vorgestellt. Positiv aufgefallen ist uns zum Beispiel eine Convenience-Linie von Hähnlein mit Bio-Fleisch vom Bruderhahn, bestehend z.B. aus Rahmgeschnetzeltes und Hühnerfrikassee, die bewusst auf die Schwierigkeit der Vermarktung von Bruderhahn-Fleisch eingeht. Direkt auf der Verpackung kommunizieren sie, dass eine Aufzucht von Henne und Hahn möglich ist. 

 

Auch das Thema Verpackung und Plastik wurde auf der Messe mehrfach thematisiert. Ob an Ständen, die ihre Verpackungsalternativen aus Bambus, Zuckerrohr und kompostierbaren Bechern anpriesen, unverpackt-Stationen (Gravity-Bins) oder bei Diskussionsrunden zum Thema verpackungsfrei - an dem Thema Verpackungsalternativen kam man als Besucher kaum vorbei! Die perfekte Universal-Lösung gibt bis jetzt noch nicht und Optimierungsbedarf besteht weiterhin, da waren sich zum Beispiel auch die eingeladenen Referenten des Einzel- und Großhandels in der Diskussionsrunde zum Thema „Herausforderungen und Zukunft des unverpackt-Konzeptes“ sicher. Dennoch ist das Thema sicherlich auch eines für den Fachhandel: Bereits über 100 unverpackt Läden (Stand: 2018) gibt es. Ein unverpackt Laden ist ein möglicher Ansatz unter vielen weiteren Ideen, die noch gefunden werden müssen, um sich vom Wettbewerb abzuheben.

 


Online-Marketing und Facebook für Bioläden

In Hinblick auf die aktuelle Branchensituation wird es immer wichtiger für den inhabergeführten Fachhandel, die eigene wirtschaftliche Entwicklung zu kontrollieren. Hier kann ein gemeinsamer Blick auf die Kostenstruktur und auf die Spanne wichtige Erkenntnisse für zukünftige Entscheidungen bringen. Gleichermaßen wichtig ist die Stärkung des eigenen Unternehmensprofils am Markt. Hier bietet der Online-Auftritt vielfältige Möglichkeiten mit den Kunden in Kontakt zu treten.

 

Gerne stehen wir Ihnen beratend zur Seite und unterstützen Sie persönlich bei der Weiterentwicklung Ihres Geschäftes!

 

Franca Lichti